Ayurveda intensiv
Ayurveda intensiv
Behandlung im Ursprungsland Indien/Kerala
im deutsch-indischen Privathaus
 

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Behandlungserfahrung: Sechs Wochen Panchakarma im Haus Arnika

Nov./Dez. 2011, in Trivandrum (Kerala, Südindien)

Alle Krankheitsprozesse nehmen ihren Anfang im Geist – Genesungsprozesse ebenfalls.

Meine Ayurveda-Kur in Indien hat bereits in Deutschland auf der A2 nähe Magdeburg begonnen. Ein netter Polizist hat mich mit einer halbstündigen Videoaufnahme meiner Fahrweise mit meinem deutlichen Vata-Überschuss konfrontiert. Der Ayurvedaarzt in Kerala hat diese Laiendiagnose nur bekräftigen können. Er erklärte mir, dass Hastigkeit, Ungeduld (geistige Ebene), Kopfgeräusche, Sehprobleme und Verstopfung (körperliche Ebene) Vata-Störungen sind.

Die Therapie: 7 Ganzkörperölmassagen, 14 Tage lang Shirodara (Ölstirnguss), 14mal Elekizhi (Klopfmassage mit frischen Kräutern bzw. mit einer Zitronen-Knoblauch-Mischung gefüllten, in Öl getauchten Säckchen), viele-Schulter-Kopfmassagen, unzählige Vasthys (Öleinlauf) wurden mir verabreicht, bevor mit der Behandlungsserie Netra Tarpana begonnen wurde. Diese Spezialbehandlung kommt bei Kopf- und Sehstörungen zum Einsatz, sie konzentriert sich auf die Augen.

Netra Tarpana - eine harte Probe fürs Gemüt

Tara (zu Deutsch: Stern) – die Seele des Hauses, eine überaus begnadete Ayurvedatherapeutin mit einer wunderbaren Energie – hat früher lange in einer ayurvedischen Augenklinik gearbeitet. Sie versteht ihr Handwerk ausgezeichnet und war ein Segen für mich. Netra Tarpana stellt nämlich das Gemüt auf eine harte Probe.

Fünf Tage lang wurde mir in meinem völlig abgedunkelten Zimmer warmes vormittags um 11.00 flüssiges Ghee (gereinigtes Butterfett) in die mit einem Teigring umrandeten Augen gegossen. Die Dauer des Ghee-Augenbades einmal täglich steigerte sich in den fünf Tagen von 18 auf 45 Minuten. Während dieser Zeit hieß es: „open and close, open and close“. Eine weitere andere Behandlung zusätzlich zur Tarpana ist nicht erlaubt. Den Rest des Tages verbringt man im dunklen Zimmer, lediglich nachts durfte ich hinauf auf die Dachterasse. Das sanfte Sternenlicht empfand ich als wohltuend, die kühle Nachtluft als angenehm. Zu den Mahlzeiten habe ich zwei Sonnenbrillen übereinander getragen.

Die einzigen Beschäftigungen, die während und bis zehn Tage nach der letzten Behandlung möglich sind: nach innen schauen, nachdenken, Gedankenaustausch mit anderen netten Gästen oder mit Heidi. Es ist nicht erlaubt, zu lesen, auf einen Bildschirm zu schauen oder gar ohne Sonnenbrille aus dem Zimmer zu gehen. Am sechsten Tag gab es – wie bei allen anderen Therapieserien – einen Reinigungstag. An dem Tag wurde kein Ghee auf die Augen gegeben sondern eine spezielle und frische Kräuterzubereitung. Diese dauerte „nur“ 15 Minuten. An diesem purification day wird auch die Mahlzeit im dunklen Zimmer eingenommen, man darf den Raum nicht verlassen. Am frühen Nachmittag erhielt ich eine Augenbinde aus Jasminblüten, die bis in die Nacht hinein meine Augen kühlen sollten. Eine Wohltat. Ich durfte (und konnte) nur liegen. Der Tag darauf ist ein kompletter Ruhetag, den man idealerweise auch im Zimmer verbringt, es finden keine Behandlungen statt.

Es wird empfohlen, das Ganze nach frühestens sechs Monaten aber innerhalb von einem Jahr zu wiederholen und zwar insgesamt drei mal.

Das große Verwöhnprogramm

Für mich war die Tarpana eine wertvolle Erfahrung: ich habe gelernt, „nichts“ zu tun, nach innen, auf meine innere Stimme zu lauschen. Interessanterweise ist das Gehör während der Therapie ebenfalls eingeschränkt. Man horcht dafür verstärkt in sich hinein.

Nach der anstrengenden Tarpana kam dann für mich das große Verwöhnprogramm: 9 Tage Pizchill (Ölbad). Man wird eine Stunde lang von zwei Therapeuten synchron mit gut warmem Öl begossen und sanft massiert. Auf eigenen Wunsch wurden mir die noch sehr lichtempfindlichen Augen verbunden und so erlebte ich diese Ayurvedabehandlung als sehr intensiv und auf allen Ebenen reinigend.

Die richtig große körperliche Reinigung erfolgte allerdings bei sieben mal Nasyam. Nach einer Nacken-Schulter-Gesichtsmassage und Kräuterinhalation wird erwärmtes Öl (bis zu 11 Tropfen je Seite) in die Nasenlöcher geträufelt. 50 Jahre Sekretansammlungen wurden dadurch aus allen Nasen- und Stirnnebenhöhlen gelöst. Es taten sich Verbindungen zwischen meinem Mund und anderen Hohläumen im Rachen auf, von denen ich noch gar nichts wusste. Es war eine sehr effektive Purifikation für den Bereich „über dem Hals“.

Mein Kopf fühlt sich befreit an, meine Haut ist wie Samt und Seide geworden.

Ob deine Panchakarma-Kur „erfolgreich“ ist, hängt hauptsächlich davon ab, wie weit du dich auf den Reinigungsprozess körperlich-mental-seelisch einlassen kannst/willst. Für mich ist es ein Transformationsprozess geworden und ich danke liebevoll allen, die daran mitgewirkt haben. Allen voran dem Polizeimeister Schulze (Name nicht geändert) und natürlich auch meinem Unterbewusstsein, das ihn auf den Plan gerufen hat.

Es war übrigens nicht alles Frieden, Freude, Eierkuchen. Zoff gab es während der sechs Wochen auch – heftig, reinigend, klärend – vom geistigen Müll befreiend.

Mehr zu mir: www.spiritueller-rat.de

Gast im November/Dezember 2011

(Weitere Fragen jederzeit gerne - Telefonnummer/Mailadresse liegen Heidi vor.)

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