Ayurveda intensiv
Ayurveda, Indien, Kerala
Heidi Glemnitz berichtet über ihr Leben in Kerala,
vom Alltag in Indien und über Ayurveda
 

18. September 2010

Die drei Doshas in der Ernährung

“Eine Krankheit kann viele Väter haben,
die Mutter ist immer die (falsche) Ernährung”
chinesisches Sprichwort

Die Verteilung der drei  Doshas
kann man durch die  Ernährung wesentlich beeinflussen

Vata:

Zu Vata gehören die Elemente Luft und Äther
bitter, scharf und herb sind ihre Geschmacksrichtungen,
die Vata erhöhen.

Als Ausgleich sollten Vata-Typen
vor allem süß, sauer und salzig essen.

Die Eigenschaften der bevorzugten Nahrung sollten sein:
heiß, feucht, schwer, weich, träge, ölig

Pitta:

Als Pitta-Typ ist man von den Elementen Feuer
und etwas Wasser bestimmt.

Scharf, sauer und salzig sind die vorherrschenden
Geschmackrichtungen, die Pitta erhöhen
und deshalb möglichst wenig im Essen sein,
wenn wir Pitta-Probleme haben.

Zum Ausgleich sollten süß, bitter und herb gegessen werden.

kühl, schwer, flüssig und ölig sind die Eigenschaften
der geeigneten Nahrung

Kapha:

Der Kapha-Mensch wird von den Elementen
Erde und Wasser beeinflusst.

Süß, sauer und salzig sind die Geschmacksrichtungen,
die möglichst gemieden werden.
Um sich gesund zu erhalten, sollte bei diesem Typus
das Essen vor allem scharf, herb und bitter sein.

Das Essen sollte folgende Eigenschaften aufweisen:
warm, trocken, leicht, rau und fein.

Geeignete Lebensmittel für das jeweilige Dosha siehe meinen Beitrag
“Jedem Dosha seine Lebensmittel”
vom 16. November 2007

27. August 2010

Ein gesundes Agni – sehr wichtig für die Verdauung

Wie ein Nahrungsmittel oder eine Speise verwertet und verdaut wird, hängt von

den individuellen Fähigkeiten und Kraft unseres Stoffwechsel- und Verdauungssystems ab.

In der ayurvedischen Medizin spielt die Verdauungskraft eine wichtige Rolle.

Die ayurvedische Bezeichnung dafür ist Agni -
dies bedeutet Feuer, Verdauungsfeuer.

Schlechte Verdauung macht krank

Ein gesundes  Agni zeichnet sich durch zwei- bis dreimal
täglichen guten Hunger und eine regelmäßige Verdauung aus.

Ist das Agni geschwächt oder gestört, wird die Nahrung
nicht vollständig verdaut und absorbiert.
Dann bleiben Gift- und Abfallstoffe, Schlacken (genannt „ama“)
im Körper zurück.
Als Folge entstehen Verdauungsstörungen und Krankheiten.

Die Kraft des Agni wird durch vielerlei Faktoren beeinflusst wie
Qualität, Menge und Art der Nahrungsmittel,
körperliche und geistige Aktivitäten,
Klima und Jahreszeit, Tageszeit und Lebensalter,
Schlaf, Stress und natürlich der Grundkonstitution.
Auch auf der seelischen Ebene könnten durch “unverdaute”
Ereignisse und Probleme Ama entstehen.

Ausgleich durch die Nahrung

Das Hauptziel der Ayurveda-Küche ist es, solches Essen
zuzubereiten, das leicht und problemlos verdaut werden kann.
Das richtet sich nach der jeweiligen körperlichen Konstitution
und der derzeitigen Dosha-Verteilung des Einzelnen.

Ein  wichtiges ayurvedisches Grundprinzip ist es,
durch das Essen die Doshas im Gleichgewicht zu halten
oder auszugleichen.

Zum Beispiel benötigt ein Vata-betonter Konstitutionstyp
(Elemente Äther, Luft) zum Ausgleich die
Elemente Feuer, Erde und Wasser, also warm, schwer und befeuchtend.




16. Juni 2010

Behandlung versus Wellness

Im traditionellen Ayurveda muss man von Behandlung sprechen – nicht von Kur im westlichen Sinn –> in der man einige Massagen, Anwendungen  ect. erhält und dann den Tag nach eigenem Belieben gestalten kann)

Eine traditionelle Ayurveda-”Kur” erfordet  vielmehr die  Beachtung eines vorgeschriebenen Ablaufes und gewissen Regeln, die sich über die
Jahrtausende bewährt haben.

Im traditionellen Ayurveda gliedert sich eine Behandlung in drei Abschnitte:
1. Vorbereitung
2. Behandlung
3. Stabilisierung

In der Regel  werden 7 Tage für einen Behandlungsabschnitt vorgesehen.
Wenn wenig Zeit zur Verfügung steht, sind es 5 Tage, bei mehr Zeit können
es 9 oder   2 x 7 = 14 Tage sein.
Also IMMER eine ungerade Zahl !
Im Anschluss an einen Behandlungsabschnitt folgt ein Reinigungs/Ausleitungstag
(Nicht Ruhetag!!)
D.h. es gibt drei Behandlungsabschnitte, die zeitlich in einem gewissen Verhältnis stehen.

Als Beispiel:
Vorbereitung 7 Tage — dann 1 Reinigungstag/ Ausleitungstag
Behandlung  7 Tage — wieder 1 Reinigungstag
Stabilisierung 7 Tage — zum Abschluß Reinigungstag
D.h. 3 x 7 Tage sind 21 Tage, plus 3 Reinigungs/Ausleitungstage
ergibt 24 Tage Gesamtzeit für ein durchschnittliche Behandlung.

In unserem Haus werden Behandlungen IMMER durchgehend angewendet.
D.h. es gibt keine Wochenend- oder Sonntagspause ect.
Wie in der Webseite geschrieben, ist bei chronischen Erkrankungen
oder starken Beschwerden eine längere Behandlungszeit nötig,
um den Organismus reinigen, umstimmen und ausgleichen zu können.
Dazu  müssen Behandlungsabschnitte wiederholt oder verlängert werden,
in denen dann meist auch verschiedene  Behandlungen angewendet werden,
um eine optimalen Erfolg erreichen zu können.
(in den Berichten wird mehrfach darauf hingewiesen)
Entweder werden dann 32 Tage oder 42 Tage vorgesehen (im traditionellen Ayurveda wird großer Wert auf die “Qualität” der Zahlen gelegt, die sich auch in der Anzahl der Tage niederschlägt.)
Nur sehr ungern wird deshalb von der o.g. Anzahl von Tagen abgewichen.
Für “Westler” ist es oft schwierig,  diese Denkweise zu verstehen.
Die jahrtausende alte Tradition und die daraus entstandene Erfahrung bestätigt
wohl die Bedeutung und Richtigkeit dieser Vorgehensweise.
Wir wissen natürlich, dass  die Urlaubstage oft begrenzt sind und deshalb
Kompromisse nötig sind.
Bei starken Beschwerden ist es wünschenswert – und im eigenen gesundheitlichen Interesse, wenn eine Kur nach 6 Monaten oder einem Jahr wiederholt wird.

Zutaten für den Ayurveda-Tee, der den Stoffwechsel anregt und immer zur Verfügung steht.

Entscheidend für den Behandlungserfolg sind die ayurvedischen Medikament,
die ganz individuell verordnet werden.

Natürlich ist in unserem Haus auch eine sog. Wellness-Behandlung möglich.
Der bekommt Gast dann entspannende Massage und nach Wunsch den Stirnölguss (Shirodhara).

siehe Bericht: ” Etwas Echtes, das mein Herz beflügelt: Wellness im Haus Arnika”

5. Februar 2010

Grundprinzipien des Lebens – Die drei Doshas

Ayurveda offenbart seinen ganzheitlichen Ansatz in der Lehre von den
drei Doshas.
Sie bildet die theoretische Grundlage dieser Heilkunde und ermöglicht
das Verstehen der vielfältigsten Zusammenhänge in der Natur und
im gesamten Kosmos.
Das Bioenergiesystem des Menschen besteht aus den drei unterschiedlichen Bioenergien, den drei Doshas, genannt VATA, PITTA, KAPHA.

VATA enthält das Luft- und Raumprinzip,
PITTA das Feuer- und in geringem Maße das Wasserelement,
KAPHA das Erd- und Wasserelement. weiter…

20. November 2009

Die sechs Stadien der Krankheitsentstehung

1. Ansammlung (Sanchaya)

Wenn ein Dosha nicht frei durch den Körper fließen kann, weil es an einer Stelle blockiert ist, sammelt es sich zwangsläufig dort an.
Wo auch immer die Störung auftritt, ist dasjenige Subdosha betroffen, welches dieses Organ steuert.

2. Verstärkung (Prakopa)

Das gestörte Dosha kann nicht abfließen und staut zurück. Der Druck wächst.

3. Streuung (Prasara)

Das überquellende Dosha sucht sich einen neuen Weg und breitet sich nun im Körper aus.

4. Lokalisierung (Sthana Samshraya)

An irgendeiner Stelle – dort, wo es eigentlich nicht hingehört -
setzt sich das gestörte Dosha fest und entwickelt nun die ersten Vorboten einer Krankheit.

5. Erkennbar werden (Vyakti)

Die typischen Symptome der Krankheit kommen zum Vorschein.

6. Ausbruch (Bheda)

Das voll ausgeprägte Krankheitsbild (mit Komplikationen bricht aus).

Werbg. Arthritis cc

20. November 2009

Wie entsteht Krankheit

Hippokrates hat einmal gesagt: “Krankheiten fallen nicht einfach vom Himmel, sie sind vielmehr das Resultat all der kleinen Sünden, die wir täglich begehen.”
Vata 2cc

Der Vata-Typ – beweglich + schlank

Nach Ayurveda bewirken diese “kleinen Sünden” mehr oder weniger starke Störungen des feinen Zusammenspiels der drei Doshas.
Wenn beispielsweise durch Schlafmangel oder unregelmäßige Ernährung ein permanenter, Vata-stimulierender Einfluss entsteht und das Vata-Prinzip aus seinem natürlichen Spielraum drängt, entsteht schließlich eine Vata-Störung.

Sie kann sich zum Beispiel in Form von Nervosität, Kopfschmerzen, Bluthochdruck oder Verdauungsstörungen äußern.
Solche Symptome entwickeln sich nicht an einem Tag, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg. weiter…